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Sprache, Sprechen, Stimme, Schlucken

Sprachtherapie ist ein Heilmittel, das Ärztinnen und Ärzte verordnen. Hier steht, was die vier Bereiche umfassen und woran Sie im Alltag merken, dass einer davon Sie betrifft.

Felten & Klages ist eine Praxis für Sprachtherapie an der Walsroder Straße in Langenhagen. Welcher der vier Bereiche für Sie oder Ihr Kind gilt, steht auf der Verordnung. Diese Seite hilft Ihnen, die Beschreibung dort wiederzuerkennen, und sie hilft, wenn Sie noch keine Verordnung haben und wissen möchten, ob sich der Weg in die Arztpraxis lohnt.

Die vier Bereiche im Einzelnen

Je Bereich ein Zweispalter: links das Wort in Bögen, rechts, was dazugehört und woran man es bemerkt.

Sprache

Im Bereich Sprache geht es darum, Wörter zu finden, Sätze zu bauen und zu verstehen, was andere sagen. Er betrifft Kinder, deren Sprache sich langsamer entwickelt, und Erwachsene, die ihre Sprache durch eine Erkrankung des Gehirns ganz oder teilweise verloren haben.

Bei Kindern fällt es Eltern im Alltag oft so auf:

  • Mit zwei Jahren spricht das Kind nur wenige Wörter.
  • Mit drei Jahren bildet es noch keine Sätze aus mehreren Wörtern.
  • Es hat Mühe, Anweisungen zu verstehen, etwa „Hol bitte deine Schuhe aus dem Flur“.

Bei Erwachsenen heißt die Störung Aphasie. Sie tritt nach einem Schlaganfall oder einer Hirnverletzung auf. Wörter fehlen mitten im Satz, Sätze zerfallen, manchmal kommt ein anderes Wort heraus als das gemeinte. Lesen und Schreiben sind meist mitbetroffen. Für Angehörige ist das oft genauso belastend wie für die Betroffenen selbst.

Die Verordnung stellt bei Kindern meist die Kinder- und Jugendarztpraxis aus, bei Erwachsenen die Hausarztpraxis oder eine neurologische Praxis.

Sprechen

Im Bereich Sprechen geht es darum, Laute richtig zu bilden und flüssig zu sprechen. Die Sprache ist da, die Wörter sind bekannt, aber der Weg vom Gedanken zum hörbaren Wort gelingt nicht so, wie er soll.

Woran Sie es im Alltag bemerken:

  • Laute werden ausgelassen oder ersetzt, zum Beispiel „Tatze“ statt „Katze“ oder „Sule“ statt „Schule“.
  • Das Sprechen stockt: Laute oder Silben werden wiederholt, gedehnt oder bleiben ganz stecken. Das nennt man Stottern.
  • Das Sprechen überschlägt sich: Es wird so schnell, dass Silben verloren gehen und andere kaum folgen können. Das nennt man Poltern.
  • Das Sprechen wird nach einer neurologischen Erkrankung verwaschen, leise oder mühsam. Die Fachleute sprechen von Dysarthrie.

Aussprachestörungen und Stottern beginnen meist im Kindesalter. Eine Dysarthrie kann nach einem Schlaganfall auftreten oder mit einer Erkrankung wie Parkinson einhergehen. Verordnen können die Kinder- und Jugendarztpraxis, die Hausarztpraxis sowie Praxen für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder Neurologie.

Stimme

Im Bereich Stimme geht es um eine Stimme, die wieder trägt und nicht mehr heiser wird oder wegbricht, auch unter beruflicher Belastung. Betroffen sind oft Menschen, die viel und laut sprechen müssen: im Klassenzimmer, in der Kita, am Telefon, auf der Baustelle.

Woran Sie es im Alltag bemerken:

  • Die Stimme ist über Wochen heiser, nicht nur nach einer Erkältung.
  • Die Stimme bricht mitten im Satz weg oder klingt belegt.
  • Sie müssen sich oft räuspern oder spüren ein Druckgefühl im Hals.
  • Die Stimme reicht nicht mehr für einen ganzen Arbeitstag.

Heiserkeit, die länger als drei Wochen anhält, gehört ärztlich abgeklärt. Vor einer Stimmtherapie steht deshalb in der Regel eine Untersuchung des Kehlkopfs, meist in einer Praxis für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Von dort kommt dann auch die Verordnung.

Schlucken

Im Bereich Schlucken geht es darum, sicher zu essen und zu trinken, ohne sich zu verschlucken. Eine Schluckstörung ist mehr als unangenehm: Gelangt Nahrung oder Flüssigkeit in die Luftröhre, kann das zu einer Lungenentzündung führen.

Woran Sie es im Alltag bemerken:

  • Verschlucken oder Husten beim Essen oder Trinken.
  • Essensreste bleiben nach dem Schlucken im Mund.
  • Die Stimme klingt nach dem Trinken feucht oder gurgelnd.
  • Das Gewicht sinkt, ohne dass es gewollt ist, weil das Essen zur Anstrengung wird.

Schluckstörungen treten häufig nach einem Schlaganfall oder bei neurologischen Erkrankungen auf. Angehörige bemerken sie oft zuerst, am Esstisch. Die Verordnung stellt meist die Hausarztpraxis oder eine neurologische Praxis aus. Ist auf der Verordnung ein Hausbesuch angekreuzt, klären Sie beim Anruf, ob er an Ihrem Wohnort möglich ist.

Wer Sprach­therapie verordnet

Der Weg zur Therapie führt über eine ärztliche Verordnung.

Kinder- und Jugendarztpraxis

Die erste Adresse, wenn Ihnen an der Sprache Ihres Kindes etwas auffällt, etwa bei einer Vorsorgeuntersuchung.

Schreiben Sie vorher auf, was Ihnen aufgefallen ist: welche Laute fehlen, wie viele Wörter Ihr Kind spricht, ob es Sie versteht. Das hilft im Termin.

Hausarztpraxis

Für Erwachsene der übliche Weg, auch nach einem Klinikaufenthalt.

Bringen Sie den Entlassbrief aus der Klinik mit. Darin steht oft schon, dass eine Sprach-, Sprech- oder Schlucktherapie empfohlen wird.

Fachärztliche Praxis

Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder Neurologie verordnen Sprachtherapie ebenfalls.

Bei Stimmstörungen ist die HNO-Praxis meist der richtige Ort, weil dort der Kehlkopf untersucht wird. Nach einem Schlaganfall begleitet oft eine neurologische Praxis die weitere Behandlung.

Fragen, die vor dem ersten Termin kommen

Wer bezahlt die Sprachtherapie?

Bei gesetzlich Versicherten übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer ärztlich verordneten Sprachtherapie. Erwachsene leisten die gesetzliche Zuzahlung, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind davon befreit.

Privat Versicherte klären die Erstattung mit ihrer Versicherung. Was die Zuzahlung im Einzelnen bedeutet, steht auf der Seite Verordnung.

Wie lange dauert eine Therapie?

Das hängt von Diagnose und Verlauf ab. Eine Verordnung umfasst eine festgelegte Zahl von Behandlungseinheiten. Wie viele es sind und wie lange eine Sitzung dauert, steht auf Ihrer Verordnung.

Ob danach weitere Termine nötig sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, auch anhand des Therapieberichts.

Ich weiß nicht, ob mein Kind Sprachtherapie braucht.

Sprechen Sie mit der Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie untersucht, klärt zum Beispiel das Hören ab und entscheidet, ob eine Verordnung sinnvoll ist.

Nehmen Sie Ihre Beobachtungen aus dem Alltag mit in den Termin. Auch Hinweise aus der Kita oder der Schule können helfen.

Welcher Bereich zu Ihnen passt, klären Sie am Telefon

0511 9734268 — Felten & Klages, Walsroder Str. 59B, 30851 Langenhagen.

Nehmen Sie die Verordnung zur Hand, wenn Sie anrufen. Nennen Sie, wer behandelt werden soll, was unter Diagnose steht und zu welchen Tageszeiten Sie können. Wenn Sie noch keine Verordnung haben, sagen Sie das gleich zu Beginn.

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